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sachliche Romanze

„geben, hören, sagen“, denke ich und merke dass ich im falschen Spiel bin. Hier wird gepokert bis unters Blut, mein Kopf schmerzt.
Du siehst mich an, durch mich hindurch, das Loch hinter mir in der Wand wird zum Abgrund in den ich zu rutschen drohe. Ich erwische mich dabei wie ich versuche das Blatt aus deinen großen Spiegelaugen zu lesen dabei falle in dein Tief. Irgendwo in deinem Bauchnabel stelle ich fest, das ich die Leere in dir nicht mehr ertage.
Nullspiel: Buben eingereiht versuche ich zu begreifen und bin schon wieder falsch.
Denke das ich jetzt lieber tanzen würde, aber es ist nicht mehr nur meine Revolution.
Deine rechte Hand umklammert eine längst leere Kaffeeschale, in die du viel zu lange starrst, als ob du im Kaffeesatz den nächsten Satz zu finden hoffst. Dein Mund bleibt leer.
Die Karten tanzen vor meinen Augen wie die Gedanken in meinem Kopf, Alice läuft mit der Grinskatze durch das Zimmer und die Herzkönigin fällt zu Boden.
Die wortleere Luft ist zum Schneiden, das ticken der Uhr an der Wand zählt den Countdown, drei, zwei eins null: ich will rennen, schreien und nichts passiert.
„Sag was“ schreie ich in mich hinein, um überhaupt so was wie ein Geräusch zu haben.
Du bläst Rauchkringel in die Luft, die im Irgendwo zerschellen: sachliche Romanze sagt Kästner ich und suche vergeblich nach den Schiffen im vierten Stock vor deinem Fenster.
Stattdessen schreit irgendwo ein Kind, mir wird kalt, ich muss kotzen.
„Ich bleibe wegen Euch“ sagst Du irgendwann in Leere
„Ich will nicht das Du wegen uns bleibst“ sage ich „ich will das Du wegen mir bleibst“ denke ich, denkt es, denken wir.
Ich spiele Trumpf und lege das Bild zwischen uns: „man muss wissen was sein soll, um das zu beurteilen was ist.“ sagt Rousseau und Zweimillimeter gemeinsamer Herzschlag erfüllen den Raum. Ich weiß, dass ich jetzt gehen muss.
Als die Tür hinter mir ins Schloss fällt, atme ich auf und entscheide mich fürs Leben.

2002

15.9.06 12:14


weil ich dich liebe

Schokoladenmatsch klebt an meinem Hosenein,
am dicken Zeh hält sich ein Dreitage altes Gummibärchen fest
und verweigert die Abschiebung.
Im Schlafzimmer kämpft Frau Holle gegen den Staubsauger.
Bettfedern regieren die vier Wände, die Du beharrlich immer wieder aus Deinem Kopfkissen ziehst. Frau Holle hat die Schlacht gewonnen, der Staubsauger zieht geschlagen seinen Stecker aus der Dose und verstummt für unbestimmte Zeit.
Irgendwo rinnen bunte Farben das Fensterglas runter unterdessen verlangt ein Einmeter Mensch Eintrittskarten für das Badezimmer, wo unermüdlich das Wasser über den Wannenrand fließt.
Ich stoße mittlerweile in Gummistiefeln, wobei das Gummibärchen sich immer noch an meinen Zeh klammert, ins Epizentrum vor und werde von einer Lawine erfasst, die mich sofort zu Boden zwingt. Stundenspäter erwache ich im Kinderzimmer unter Puzzelteilen, Stofftieren und Lego- Resten. Etwas ist neben mir und streicht mir mit einer kleinen Hand eine Strähne aus meinem schweißgebadeten Gesicht: “Ich liebe Dich!“ sagt das Etwas. „Ich Dich auch!“ höre ich mich durch den Nebel sagen und weiß wieder warum ich bin.
Alles ist gut

 

15.9.06 17:26


mein herr

mein Herr
 

Sie reden Gold mein Herr und
waschen Ihre Hände in Unschuld.

Als sie von Zukunft redeten mein Herr
lebte nicht mal Gegenwart.

Es gab Momente,
da glaubte ich Ihnen mein Herr
und kann diese nicht mehr benennen.

Das Rückziel ist Ihres mein Herr,
den Weg müssten sie kennen.

Sie gingen ihn oft mein Herr und
sind nie geblieben.

Die Vergangenheit holt Sie ein mein Herr und
lässt die Zukunft einsam.

-------------------------------------------------------------

Der Herr geht und
lässt den Verstand in der Gegenwart zurück.

 


15.9.06 18:01


Dame Bube König As

 

 

 

Schlagwörter treffen mich
immer wieder-

mathematische Formeln
Gesetze!

mein Kartenhaus zerbricht
und
die welt fällt übers Dachgebälk
auf mich nieder



(Herbst 97)

16.9.06 22:27


§ 0190

Noch düster, etwas vernebelt scheint das Licht im Raum.
Gleiches adjektivische Beschreibungen auch heute beim Gedanken an gestriges Betrinken.
Was heißt hier überhaupt vernebeltes Denken? Und einmal mehr taucht die Frage nach der weiblichen Naivität auf. Das kleine Dummchen hat es doch gedacht,...ach Quatsch,...gedacht (?) ...Dummchen können nicht denken und Frauen- Frauen erst recht nicht (Punkt, Ausrufezeichen).
Oder gestaltet sich die Frage perspektivisch optimistisch- das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen- dann doch eher anders:
Frauen sollten nicht denken! §0190 Amt für innere Angelegenheiten- Es liegt im Wohle des Weibes innere Vorgänge gänzlich zu unterdrücken, jegliche Phantastereien der autonomen Lebensgestaltung, die sowohl Körper als auch Geist auf minimalen Befriedigungsstandart bringen könnten auszuschalten. Das bedeutet ferner gänzliche Auslöschung des territorialen Umfeldes oberhalb des Halswirbels beim betreten der abendlichen Bierausschenke.
Ähnliche Erfahrungen die im wahrsten Sinne des Wortes kopflos endeten machte schon Olympe de Gouges im 17. Jh. als sie versuchte zu beweisen, das Frauen auch oberhalb jenes Halswirbelteils existentberechtigt seien. Doch das Nationalkonvent in Frankreich sah die Sachlage anders und hat sie völlig nüchtern, ohne großes Tamm Tamm und vin de rouges einfach dessen erledigt, was formal sowieso nicht vorhanden. Nach diesem kleinen Zwischenfall war die Dame ziemlich ruhig, kopflos so zusagen, womit der Beweiß klar auf der Hand lag- Es liegt im wohl des Weibes 0190.
Heute scheint die Angelegenheit unblutiger aber genauso eindeutig was man(n) da erwartet. Das ganze Treiben gestaltet sich etwa so, wie in feucht fröhlicher Bahnhofatmosphäre. Die Frau....äh,...der Zug läuft ein, betritt also den Ort der abendlichen Bierausschänke und wer aufspringen kann, für den ist erst einmal die Weiterfahrt gesichert- für heute Abend zumindest- und morgen, ja morgen ist ein anderer Tag.
Auf diese art und Weise wird der Gang ums Eck- kurz auf 2-5 Bier, mal raus- nichts anderes als das Warten auf den nächsten Nahverkehrszug. Der dann wie längst bekannt entweder besetzt ist oder vom technischen Komfort eher zweitklassig. Jüngste Ereignisse haben gezeigt, das man- oder frau froh sein kann, wenn das ganze Ding nicht entgleist und einem Kopf und Kragen kostet. Aber was soll`s morgen, ja morgen ist ja auch noch ein Tag und wer`s warm haben will nimmt was kommt. Kurz deutsch: nett gelächelt.....Kneipentür auf und gut...nur nicht nachgedacht §0190
Ganz unmöglich scheint hingegen weiteres Experiment: nicht aufspringen zu wollen und einfach mal so am nachbarlichen Tresen zu versacken. Abendlicher Austausch mittels Denkaperrates oberhalb jenes erwähnten Halswirbelteils unter strenger Missachtung der unterhalb des Steißbeins.
Aber wäre doch logisch sinnig nachgedacht auch völliger Quatsch. Wer steht schon am Bahnsteig um dann nicht den nächst möglichen Zug zu nehmen? So gehört es wohl zum bereich der weiblichen Naivität nicht zu denken mann- frau könnte da einfach mal so durchrauschen ohne das einer aufspringen will.
$0190 Frauen sind manchmal ganz schön gedankenlos! 
16.9.06 22:47


This is not a love song


 

Deine Hand klickt auf den Aschenbecher,

ohne Pause, ich werde aggressiv, will Dich anschreien, wegen der Hand, wegen des Aschenbechers, wegen des Weltfriedens und der Völkerverständigung.

Ich will schreien, egal wieso: ich will

- ein Wort von Dir.

 

Das Klicken verstummt einen Augenblick,

ich atme auf, schaue auf diese Hand, die abgelöst von Dir auf diesem Tisch liegt: Schweigen, Stille

Die Luft zwischen uns bleibt leer.

 

Irgendwo spielt All „she is my ex”,

doch diese Platte leiert und das nicht nur in deinem Kopf: Worte, Floskeln, Posieralbumsprüche, Dinge die man zu oft, zu gleich gesagt hat.

Stimmen suchen nach Inhaltslosem im Nichts.

- du leierst denke ich

17.9.06 00:20


Elfterseptemberzweitausendundeins


 

Elfterseptemberzweitausendundeins:

irgendwo in Frankreich eine lange Straße ins nirgendwo.

Wir haben Deutschland verlassen: endlich.

Wir haben uns wieder: wiedereinmal.

Wir

sausen,

treiben,

lassen uns verwehen

fort

 

Elfterseptemberzweitausendundeins:

Irgendwo in Frankreich steht die Zeit still.

Ich sehe Bilder, höre fremde Stimmen aus dem Fernseher, deren Inhalt ich nicht verstehe

ich denke Film, wir denken Hollywood und sehen Realität.

Irgendwas sagt uns: es ist ernst,

niemand redet

die Luft ist zum schneiden, dass surren des Ventilators klingt surrealistisch

irgendwo eine verirrte Grille

ansonsten Stille

Angst

 

 

17.9.06 00:29


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