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fliesstext

Der blaue Brief

Der blaue Brief- Szenen des normalen Wahn-Sinns


Sie:
betrunken daliegend, nach Anisschnaps riechend, den Sonnenaufgang erwartend-
blaue Briefe schreibend: aus einer Mücke einen Elefanten machend, Schwach-Sinn denkend.
Draußen prasselt der Regen gegen ihre Fensterscheiben, die Sonne wird nicht mehr aufgehen:
Sonnenstrahlen- Spar- Reform: Wärme Stopp!
Dann irgendwann das Handtuch schmeißend, klar sehen, erkennen, dass die Zeiten andere sind.
Es gibt keine Prinzen mehr, die Drachen sind schon fast ausgestorben, längst veraltet in wärmere Regionen abgewandert. Es gibt für sie nichts mehr zu erkämpfen. Und die Prinzen? Die Prinzen dachten haben´s drachenlos ziemlich einfach und sind im Zuge der überwältigen Leichtigkeit im Fluge vom Pferd gefallen.
Doch neulich dachte sie, hätte sie einen getroffen. In der Kneipe nebenan. War dann aber doch irgendwie komisch kommt es ihr in den Sinn. Denn der Prinz hing mit ziemlich laffem Oberkörper überm Thesen und quengelte jämmerlich in sein Bier. Das sowohl Drache als auch Prinzessin weck, letztere mit ner Harley gegen Süden. Nach folgender Ausführung fiel der Prinz dann einfach vom Barhocker, wo er noch lag, als sie zwei Stunden später ihrer Träume beraubt das Terrain verließ.
Übriggeblieben sind nur die, die alles hinnehmen konnten, es sich halt nicht so schwer gemacht haben. Denn gefragt ist das Einfache, dass, was sich lückenlos einbauen lässt, sich ohne große Mühe formen lässt. Kantenlos, kalorienarm: leicht verdaulich. Barbiepuppenideologien! Sie hält nichts davon, macht aus der Not eine Tugend, da ihr dieses schon immer viel zu weit entfernt schien.
Kindheitstrauma:
Ihre Barbiepuppe weder blond noch perfekt. Eingedellte Brust und Hinkebein. Sie hat sie dann irgendwann in die Ecke geworfen, nicht wegen der ihr fehlenden Schönheit, sondern eher wegen der noch immer zu großen Ähnlichkeit mit ihren Fließbandproduktionsschwestern. Schon damals muss sie erkannt haben, dass sie mit diesen Idealbildern nicht stand halten kann.
Sie ist dann übergesiedelt zu denen, die mit Rotznasen und zerschundenen Knien, auf Bäumen sitzend den Leuten Steine in den Weg geworfen haben. So etwas schien irgendwie unkomplizierter und lebendiger als starre Schönheitsikonen an- und auszukleiden.
Sie weiß gar nicht mehr wann, aber plötzlich war dann alles anders. Die Zeit wurde komisch hektisch und ab und an ist sie dann auch schon mal von ihrem Baum runter. Nicht weil sie unbedingt gewollt hätte, es war nur niemand mehr da, der zu ihr hochgeklettert wäre. Zum Ende hin hat sie dann das Ganze einfach bleiben lassen. Ist auf keinen Baum mehr rauf, nur das mit dem Steineschmeißen konnte sie nie so ganz lassen. Das hatte so seinen ganz bestimmten Reiz.
Der Regen hat aufgehört, etwas nüchterner, aber immer noch mit dem Geruch des Anis fest verankert, tapst sie nun Barfuss über die immer noch nasse Hauptverkehrsstraße. Sie stellt die große Leiter auf und klettert in einen der letzten Bäume. Ihr läuft die Rotznase und in ihren Taschen befindet sich eine unendliche Anzahl kleiner Kieselsteine.
ALLES WIRD GUT!
18.9.06 22:15


§ 0190

Noch düster, etwas vernebelt scheint das Licht im Raum.
Gleiches adjektivische Beschreibungen auch heute beim Gedanken an gestriges Betrinken.
Was heißt hier überhaupt vernebeltes Denken? Und einmal mehr taucht die Frage nach der weiblichen Naivität auf. Das kleine Dummchen hat es doch gedacht,...ach Quatsch,...gedacht (?) ...Dummchen können nicht denken und Frauen- Frauen erst recht nicht (Punkt, Ausrufezeichen).
Oder gestaltet sich die Frage perspektivisch optimistisch- das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen- dann doch eher anders:
Frauen sollten nicht denken! §0190 Amt für innere Angelegenheiten- Es liegt im Wohle des Weibes innere Vorgänge gänzlich zu unterdrücken, jegliche Phantastereien der autonomen Lebensgestaltung, die sowohl Körper als auch Geist auf minimalen Befriedigungsstandart bringen könnten auszuschalten. Das bedeutet ferner gänzliche Auslöschung des territorialen Umfeldes oberhalb des Halswirbels beim betreten der abendlichen Bierausschenke.
Ähnliche Erfahrungen die im wahrsten Sinne des Wortes kopflos endeten machte schon Olympe de Gouges im 17. Jh. als sie versuchte zu beweisen, das Frauen auch oberhalb jenes Halswirbelteils existentberechtigt seien. Doch das Nationalkonvent in Frankreich sah die Sachlage anders und hat sie völlig nüchtern, ohne großes Tamm Tamm und vin de rouges einfach dessen erledigt, was formal sowieso nicht vorhanden. Nach diesem kleinen Zwischenfall war die Dame ziemlich ruhig, kopflos so zusagen, womit der Beweiß klar auf der Hand lag- Es liegt im wohl des Weibes 0190.
Heute scheint die Angelegenheit unblutiger aber genauso eindeutig was man(n) da erwartet. Das ganze Treiben gestaltet sich etwa so, wie in feucht fröhlicher Bahnhofatmosphäre. Die Frau....äh,...der Zug läuft ein, betritt also den Ort der abendlichen Bierausschänke und wer aufspringen kann, für den ist erst einmal die Weiterfahrt gesichert- für heute Abend zumindest- und morgen, ja morgen ist ein anderer Tag.
Auf diese art und Weise wird der Gang ums Eck- kurz auf 2-5 Bier, mal raus- nichts anderes als das Warten auf den nächsten Nahverkehrszug. Der dann wie längst bekannt entweder besetzt ist oder vom technischen Komfort eher zweitklassig. Jüngste Ereignisse haben gezeigt, das man- oder frau froh sein kann, wenn das ganze Ding nicht entgleist und einem Kopf und Kragen kostet. Aber was soll`s morgen, ja morgen ist ja auch noch ein Tag und wer`s warm haben will nimmt was kommt. Kurz deutsch: nett gelächelt.....Kneipentür auf und gut...nur nicht nachgedacht §0190
Ganz unmöglich scheint hingegen weiteres Experiment: nicht aufspringen zu wollen und einfach mal so am nachbarlichen Tresen zu versacken. Abendlicher Austausch mittels Denkaperrates oberhalb jenes erwähnten Halswirbelteils unter strenger Missachtung der unterhalb des Steißbeins.
Aber wäre doch logisch sinnig nachgedacht auch völliger Quatsch. Wer steht schon am Bahnsteig um dann nicht den nächst möglichen Zug zu nehmen? So gehört es wohl zum bereich der weiblichen Naivität nicht zu denken mann- frau könnte da einfach mal so durchrauschen ohne das einer aufspringen will.
$0190 Frauen sind manchmal ganz schön gedankenlos! 
16.9.06 22:47





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