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familienalbum

familienalbum

Realitäten finden dann ihr jähes Ende, wenn der Hauptdarsteller- aus welchem Grund auch immer- laut Drehbuch die Leinwand verlässt. Die Spannungskurve ebbt ab und ohne jegliches „Happy End“ läuft der Nachspann ab:

lückenlos wie es scheint.

Ich lese unsere Namen die mir durchs Dunkel ins Auge springen: the actors are.... steht dort in großen Lettern, dann geht das Licht an und wir rutschen unweigerlich fast automatisch voneinander ab.

„wir bedanken uns für Ihre Mitarbeit und weiter für die Erhaltung der Spezies Mensch!“ sagt der Drehbuchautor irgendwo über mir und der nachfolgende Applaus gilt uns. Sektgläser klirren, irgendwo hält irgendjemand eine Rede und Lobt die nun vierjährige gute Zusammenarbeit der Darsteller.

Der Film ist gut geschnitten, das Resultat sehenswert, das making off wird in irgendeiner Schublade verschwinden.

Bevor ich den Filmsaal verlasse drehe ich mich kurz zu Dir um und habe Angst das Du nach Jahren immer noch meine Gedanken im Rückspiegel lesen kannst.

Ich wäre geblieben, denke ich noch heute, Jahre später...vielleicht, wenn...

Wir haben es wiedereinmal überlebt unsere Rollen gespielt und von Bleiben war nie die Rede. Alles andere wäre eine drittklassige Serienproduktion für die wir nicht vorgesehen wurden.

Wir konnten uns nicht weiter nominieren und so gehen wir in unsere Welt zurück und warten auf die Vorhersehung, die Bestimmung oder auch nur auf

Irgendwas.


13.10.06 17:10


weil ich dich liebe

Schokoladenmatsch klebt an meinem Hosenein,
am dicken Zeh hält sich ein Dreitage altes Gummibärchen fest
und verweigert die Abschiebung.
Im Schlafzimmer kämpft Frau Holle gegen den Staubsauger.
Bettfedern regieren die vier Wände, die Du beharrlich immer wieder aus Deinem Kopfkissen ziehst. Frau Holle hat die Schlacht gewonnen, der Staubsauger zieht geschlagen seinen Stecker aus der Dose und verstummt für unbestimmte Zeit.
Irgendwo rinnen bunte Farben das Fensterglas runter unterdessen verlangt ein Einmeter Mensch Eintrittskarten für das Badezimmer, wo unermüdlich das Wasser über den Wannenrand fließt.
Ich stoße mittlerweile in Gummistiefeln, wobei das Gummibärchen sich immer noch an meinen Zeh klammert, ins Epizentrum vor und werde von einer Lawine erfasst, die mich sofort zu Boden zwingt. Stundenspäter erwache ich im Kinderzimmer unter Puzzelteilen, Stofftieren und Lego- Resten. Etwas ist neben mir und streicht mir mit einer kleinen Hand eine Strähne aus meinem schweißgebadeten Gesicht: “Ich liebe Dich!“ sagt das Etwas. „Ich Dich auch!“ höre ich mich durch den Nebel sagen und weiß wieder warum ich bin.
Alles ist gut

 

15.9.06 17:26


sachliche Romanze

„geben, hören, sagen“, denke ich und merke dass ich im falschen Spiel bin. Hier wird gepokert bis unters Blut, mein Kopf schmerzt.
Du siehst mich an, durch mich hindurch, das Loch hinter mir in der Wand wird zum Abgrund in den ich zu rutschen drohe. Ich erwische mich dabei wie ich versuche das Blatt aus deinen großen Spiegelaugen zu lesen dabei falle in dein Tief. Irgendwo in deinem Bauchnabel stelle ich fest, das ich die Leere in dir nicht mehr ertage.
Nullspiel: Buben eingereiht versuche ich zu begreifen und bin schon wieder falsch.
Denke das ich jetzt lieber tanzen würde, aber es ist nicht mehr nur meine Revolution.
Deine rechte Hand umklammert eine längst leere Kaffeeschale, in die du viel zu lange starrst, als ob du im Kaffeesatz den nächsten Satz zu finden hoffst. Dein Mund bleibt leer.
Die Karten tanzen vor meinen Augen wie die Gedanken in meinem Kopf, Alice läuft mit der Grinskatze durch das Zimmer und die Herzkönigin fällt zu Boden.
Die wortleere Luft ist zum Schneiden, das ticken der Uhr an der Wand zählt den Countdown, drei, zwei eins null: ich will rennen, schreien und nichts passiert.
„Sag was“ schreie ich in mich hinein, um überhaupt so was wie ein Geräusch zu haben.
Du bläst Rauchkringel in die Luft, die im Irgendwo zerschellen: sachliche Romanze sagt Kästner ich und suche vergeblich nach den Schiffen im vierten Stock vor deinem Fenster.
Stattdessen schreit irgendwo ein Kind, mir wird kalt, ich muss kotzen.
„Ich bleibe wegen Euch“ sagst Du irgendwann in Leere
„Ich will nicht das Du wegen uns bleibst“ sage ich „ich will das Du wegen mir bleibst“ denke ich, denkt es, denken wir.
Ich spiele Trumpf und lege das Bild zwischen uns: „man muss wissen was sein soll, um das zu beurteilen was ist.“ sagt Rousseau und Zweimillimeter gemeinsamer Herzschlag erfüllen den Raum. Ich weiß, dass ich jetzt gehen muss.
Als die Tür hinter mir ins Schloss fällt, atme ich auf und entscheide mich fürs Leben.

2002

15.9.06 12:14





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